Süßstoffe6 min Lesezeit·Aktualisiert: 04. April 2026

Acesulfam-K — was steckt hinter dem umstrittenen Süßstoff?

Die EFSA hat den ADI für Acesulfam-K im April 2025 neu bewertet und erhöht. Was das bedeutet — und was wir wirklich wissen.

Acesulfam-K (E950) — oft Acesulfam-Kalium oder Ace-K genannt — ist nach Aspartam und Sucralose einer der meistgenutzten Süßstoffe weltweit. Er findet sich in zuckerfreien Getränken, Kaugummis, Süßwaren und Backwaren. Im April 2025 hat die EFSA den Süßstoff neu bewertet — mit einem überraschenden Ergebnis.

Was ist Acesulfam-K?

Acesulfam-K ist ein synthetischer Süßstoff, der etwa 200-fach süßer ist als Zucker. Er hat null Kalorien, wird vom Körper nicht metabolisiert und unverändert über die Nieren ausgeschieden. Da er sich mit anderen Süßstoffen gut kombinieren lässt und hitzestabil ist, wird er häufig als Mischungspartner eingesetzt — oft zusammen mit Aspartam oder Sucralose.

200x
süßer als Haushaltszucker
Und dabei 0 kcal — Acesulfam-K wird unverändert ausgeschieden

Die EFSA-Neubewertung April 2025

In der ursprünglichen Bewertung aus dem Jahr 2000 hatte die EFSA einen ADI von 9 mg/kg Körpergewicht festgelegt. Die Neubewertung 2025 hat diesen Wert auf 15 mg/kg Körpergewicht angehoben — eine signifikante Erhöhung um 67 %.

BewertungADI
EFSA 20009 mg/kg Körpergewicht
EFSA April 202515 mg/kg Körpergewicht
Für 70 kg Person1.050 mg/Tag

Die Erhöhung basiert auf einer umfassenden Re-Analyse verfügbarer Tierstudien und neuerer Humanstudien. Die EFSA kommt zum Schluss, dass frühere Sicherheitsmargen zu konservativ waren.

Warum gab es Bedenken?

Kritiker hatten auf einige Tierstudien hingewiesen, die bei sehr hohen Dosen mögliche negative Effekte auf Schilddrüse und Leber zeigten. Die EFSA hat diese Studien bewertet und kommt zum Schluss: Die beobachteten Effekte traten nur bei Dosen auf, die weit über dem ADI lagen — und sind nicht auf normale Verzehrmengen übertragbar.

Mythos

Acesulfam-K ist schlechter untersucht als andere Süßstoffe und deshalb unsicher

Fakt

Ace-K ist einer der am längsten zugelassenen Süßstoffe (seit 1988 in den USA). Die EFSA-Neubewertung 2025 hat den Sicherheitsrahmen sogar erweitert.

Wie viel nimmst du wirklich auf?

Ein typisches Light-Getränk enthält 30–80 mg Acesulfam-K pro 330 ml Dose. Bei 70 kg Körpergewicht und einem ADI von 1.050 mg/Tag müsstest du mehr als 13 solche Dosen täglich trinken, um den ADI zu erreichen. Ein realistisches Szenario ist das nicht.

LebensmittelTypischer Acesulfam-K-Gehalt
Light-Softdrink (330 ml)30–80 mg
Zuckerfreier Kaugummi (1 Stück)3–5 mg
Light-Joghurt (150 g)15–30 mg
Zuckerfreies Bonbon5–10 mg

Darmflora — was wissen wir?

Einige neuere In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass Acesulfam-K in hohen Konzentrationen das Wachstum bestimmter Darmbakterien beeinflussen könnte. Die Übertragbarkeit auf den Menschen bei realistischen Verzehrmengen ist unklar. Humanstudien fehlen hier noch.

Fazit

Acesulfam-K ist bei normalen Verzehrmengen nach aktuellem Wissensstand sicher. Die EFSA-Neubewertung 2025 hat den ADI sogar erhöht — ein Zeichen für ein solides Sicherheitsprofil. Die offene Frage zur Darmflora erfordert weitere Forschung, ist aber bei realistischen Mengen nicht besorgniserregend. Wer mehrere Tassen Kaffee täglich süßt oder viele Light-Produkte konsumiert, liegt dennoch weit unter dem ADI.