Süßstoffe5 min Lesezeit·Aktualisiert: 01. April 2026

Sucralose: Sicher oder nicht?

Die EFSA hat Sucralose neu bewertet. Was sagt die Wissenschaft zu Erhitzen, Darmflora und Sicherheit?

Sucralose (E955) ist einer der meistverwendeten Süßstoffe weltweit — bekannt unter dem Markennamen Splenda. Sie ist rund 600-mal süßer als Zucker und wird vom Körper kaum aufgenommen. Trotzdem tauchen regelmäßig Schlagzeilen auf, die vor Sucralose warnen. Was sagt die Wissenschaft wirklich?

Was ist Sucralose?

Sucralose entsteht durch chemische Modifikation von Saccharose (Haushaltszucker). Dabei werden drei Hydroxylgruppen durch Chloratome ersetzt. Das Ergebnis: ein Molekül, das süß schmeckt, aber vom Körper weitgehend unverdaut ausgeschieden wird.

85 %
unverdaut ausgeschieden
Nur ca. 15 % werden überhaupt resorbiert

Die EFSA-Bewertung

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Sucralose mit einem ADI (Acceptable Daily Intake) von 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht bewertet. Für eine 70 kg schwere Person entspricht das über 1.000 mg pro Tag — eine Menge, die mit normaler Ernährung praktisch unerreichbar ist.

ParameterWert
ADI (EFSA)15 mg/kg Körpergewicht
Süßkraft vs. Zuckerca. 600-fach
Kalorien0 kcal
Typische Menge pro Light-Getränk30–60 mg

Das Erhitzungsproblem

Hier wird es interessant: Beim Erhitzen über 120 °C kann Sucralose in chlorierte Verbindungen zerfallen, darunter sogenannte Chloropropanole. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt daher, Sucralose nicht zum Backen oder Braten zu verwenden.

Mythos

Sucralose ist hitzestabil und perfekt zum Backen

Fakt

Ab ca. 120 °C zerfällt Sucralose. Beim Kochen und in Getränken ist sie stabil, zum Backen bei hohen Temperaturen aber nicht empfehlenswert.

Einfluss auf die Darmflora

Einige Tierstudien deuten darauf hin, dass Sucralose die Zusammensetzung der Darmflora verändern könnte. Eine vielzitierte Studie von Schiffman & Rother (2013) fasst zusammen, dass hohe Dosen bei Ratten die Anzahl nützlicher Bakterien reduzieren können. Die Übertragbarkeit auf den Menschen bei normalen Verzehrmengen ist allerdings unklar.

Was bedeutet das für dich?

In den üblichen Mengen — also ein paar Light-Getränke oder gesüßte Produkte pro Tag — gilt Sucralose nach aktuellem Wissensstand als sicher. Zwei Punkte solltest du beachten:

  • Nicht stark erhitzen: Verwende Sucralose nicht zum Backen bei über 120 °C.
  • Darmgesundheit beobachten: Wenn du empfindlich reagierst, reduziere die Menge und beobachte.

Fazit

Sucralose ist bei normaler Verwendung ein gut untersuchter und sicherer Süßstoff. Das Erhitzungsproblem ist real, betrifft aber nur spezifische Anwendungen. Wie bei allen Süßstoffen gilt: Die Dosis macht das Gift — und die üblichen Mengen liegen weit unter dem ADI.